SETI ist das Akronym für "Search for Extraterrestrial Intelligence" (auf deutsch: "Suche nach außerirdischer Intelligenz"). Seit 1960 werden verschiedene wissenschaftliche Programme betrieben, die sich mit der Suche nach Signalen außerirdischer Zivilisationen beschäftigen, dabei wird u.a. der Radiobereich des Elektromagnetisches Spektrums nach möglichen Zeichen technisch hochentwickelter Zivilisationen im All untersucht. Bei der Himmelsbeobachtung mit Radioteleskopen erhofft man Übertragungen der Zivilisation eines fernen Planeten zu empfangen.
SETI@home Experiment
SETI@home ist ein an der Universität von Kalifornien, Berkeley, durchgeführtes wissenschaftliches Experiment, welches die Leistung von zig-tausend durch das Internet verbundenen Computern für die Suche nach außerirdischer Intelligenz nutzt.
Um sich am Projekt zu beteiligen muss man ein Freeware-Programm installieren, welches in Form eines Bildschirmschoners die mit dem weltweit größten und empfindlichsten Radioteleskop in Arecibo empfangenen Daten analysiert. Die Analyse erfolgt dabei ausschließlich in den Zeiten, in denen am Rechner nicht gearbeitet wird und die wertvolle Rechenzeit üblicherweise mit anderen Bildschirmschonern o. ä. vergeudet wird. Das SETI@home Programm startet wie andere Bildschirmschoner, wenn Sie Ihren Computer nicht benutzen, und beendet seine Tätigkeit, sobald Sie an Ihre Arbeit zurückkehren. In der Zwischenzeit hilft Ihr Computer dabei nach Außerirdischer Intelligenz zu suchen.
Das Programm holt sich, wenn es online ist, ein Datenpaket ("Work Unit") von ca. 340 kByte und analysiert dieses immer dann wenn der Bildschirmschoner läuft. Wenn das Paket analysiert worden ist, wird das Ergebnis bei der nächsten Online-Verbindung zurückgeschickt und ein neues Datenpaket geholt.
Offizieller Start des Projektes war am 17. Mai 1999, und mittlerweile beteiligen sich einige Mio PC-Benutzer weltweit daran, denn jeder kann mitmachen. Durch dieses Projekt ist der größte und leistungsfähigste Rechnerverbund entstanden, der jemals existiert hat.
Radioteleskop in Arecibo
Bei diesem gigantischen Teleskop hat der primäre Reflektor - die sogenannte Schüssel - einen Durchmesser von 305 m, eine Tiefe von 50 m und eine Fläche von 73.061 m². Die Oberfläche besteht dabei aus 40.000 gelochten Aluminiumplatten der Größe 1 x 2 m. Die darunterliegende Stützkonstruktion wird zusätzlich von einem Netzwerk aus Stahlseilen getragen. Die Form des Reflektors ist dabei ein sphärischer Kugelausschnitt und nicht wie oft üblich parabolisch.
150 m über der Schüssel ist eine 900 Tonnen schwere Plattform mittig aufgehängt, die von 18 Stahltrossen getragen wird, die von 3 Stahlbetonsäulen ausgehend gespannt sind. Eine Säule ist 120 m hoch und die beiden anderen nur 88 m. Die Spitzen dieser Säulen befinden sich aber auf gleicher Höhe und ein System von 6 Stahlseilen ist zu den 3 Ecken der Plattform gespannt. Die Höhe jeder Ecke der Plattform kann durch 26 Elektromotoren millimetergenau justiert werden.
Genau unter dem dreieckigen Rahmen der Plattform befinden sich der sekundäre und der tertiäre Reflektor, diese Reflektoren fokussieren die Strahlung zum eigentlichen Empfänger des Teleskops. Der 1 Megawatt starke Sender befindet sich in einem extra Raum unter der Plattform, er richtet die abgesandten Signale auf die zu untersuchenden Objekte in unserem Sonnensystem aus. Die Analyse des Echos der eigenen Signale gibt dann Auskunft über die Oberflächenstrukturen und die Bewegung der Objekte.
Das Radioteleskop arbeitet in einem Bereich von 50 MHz bis 10 GHz und mit ihm ist bereits die Erdatmosphäre untersucht worden angefangen von einer Entfernung von einigen wenigen Kilometern von der Erdoberfläche bis hin zu einigen tausend Kilometern . Es wurden auch schon Signale von Quasaren und Galaxien empfangen, die so weit entfernt sind, daß die Signale 100 Millionen Jahre unterwegs sind, bevor sie bei uns eintreffen. Dies ist nur mit einem so großen und empfindlichen "Ohr" möglich, wie es das Teleskop in Arecibo ist, welches das empfindlichste Radioteleskop weltweit darstellt.
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